Hurra, ich bin auch ein Jubiläumskind!
Ich werde , genau wie der Verein, meinen 30.Geburtstag in diesem Jahr feiern.Das kann doch kein Zufall sein!
Am 21.1.26 bin ich 20 Jahre mit meiner Pflegefamilie verbunden.
Ich sollte mit meinem Bruder nur vorübergehend in der Pflegefamilie bleiben.Unsere Mutter war fast ein halbes Jahr im Krankenhaus.Als der Tag des Zurückkehrens kam, habe ich mich vehement geweigert , zu ihr zurückzugehen. Ich habe es genossen gut versorgt zu werden mit Essen, Trinken, Kleidung und vor allem mit Zuwendung.Es war ein völlig anderes Familienleben als bei meiner Erzeugerin.Ich kannte keine Geburtstagsfeier, Urlaubsreisen und auskömmliche und fürsorgliche Versorgung.Gott sei Dank,
ich durfte bleiben!
Mein Bruder kehrte vorerst zur Mutter zurück. Ich lebte bei unserer Erzeugerin in seinem Schatten.Immer nur das 5.Rad am Wagen zu sein.Das hat mir Kummer bereitet.Nun brach ein völlig neues Leben für mich an. Aber auch in meiner Pflegefamilie gab es Höhen und Tiefen.Insbesondere in der Pubertät kam es auch mal zu verschiedenen Meinungen. Meine Pflegemama, eine sehr liebe Person, aber temperamentvoll, konsequent und durchsetzungskräftig.Sie ließ sich nicht so leicht überzeugen, obwohl ich immer, nach ihren Aussagen, ein pflegeleichtes Pflegekind gewesen sein soll. Die Liebe zu den Tieren, insbesondere zum Dackel, hat sie an mich weitergegeben.Mein Charlie, ein Zwergdackel, kommt gleich nach meinem Ehemann Martin auf meiner Lieblingsliste.
Mein Pflegepapa ist mir bis heute heilig.
Mit seiner ruhigen und liebevollen Art, war er der beste Zuhörer aller Zeiten.
Das Zusammenleben von eigenen Kindern der Pflegeeltern und mit verschiedenen Pflegekindern ist auch ein problematisches Feld, welches die Pflegeeltern oft nicht so recht wahrhaben wollen.Aber wir Patchworkkinder haben uns zusammengerauft und lieben uns noch heute.
Als ich in die Familie kam, besuchte ich eine Förderschule. Mit steter Förderung und Unterstützung wechselte ich die Schule, legte den erweiterten Hauptschulabschluss ab und konnte anschließend noch den Realschulabschluss machen.
Dieser Abschluss ermöglichte es mir, dass ich den Sozialassistenten in 2 Jahren abschloss und für weitere 3 Jahre den Abschluss als Erzieher ablegte. Für meine Sozialarbeiterin vom Jugendamt bin ich immer noch “ ein Wunder “ ,was meine schulische und berufliche Entwicklung anbetrifft.
Inzwischen arbeite ich im päd.Bereich und denke, dass ich durch meine besondere Lebensgeschichte ein großes Verständnis für meine zu betreuenden Jugendlichen habe.Ich weiß genau, dass meine Entwicklung nur durch meine Pflegeeltern möglich war.
Zu meinen Erzeugern, Mutter und Vater, habe ich keinen Kontakt.
Bei meinen Pflegeeltern habe ich gelernt,
„Ich selbst sein zu dürfen“.Was ich bin, bin ich durch sie geworden.
Danke für alles!
Steffi